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Diese Website soll Betroffenen, ihren Angehörigen, Hinterbliebenen, Freunden und Interessierten eine erste Anlaufstelle für Fragen rund um die Themen Opfervertretung und Opferhilfe bieten. Der Fokus liegt hierbei auf Informationen zu Opferrechten im Rahmen von Nebenklage, Adhäsionsverfahren, etc., also der rechtlichen Vertretung der Opfer von Straftaten.

Was kann ein Rechtsanwalt als Opfervertreter für Sie tun?
 
Der Opfervertreter trägt im Rahmen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens und eines Strafprozesses vor allem dafür Sorge, dass Sie als durch eine Straftat Geschädigte/r oder gar Hinterbliebene/r nicht nur als bloßes Beweismittel zur Informationserlangung für staatliche Stellen (v.a. als Zeuge) wahrgenommen werden, sondern eigene Informationsrechte, aber ggf. auch prozessuale Rechte ausüben und Ihre Entschädigungsansprüche durchsetzen können.

Zunächst zum Begriff der Opfervertretung:  es handelt sich hierbei um die (anwaltliche) Vertretung von durch Straftaten Geschädigten oder - im schlimmsten Falle - deren Hinterbliebenen. Diese Vertretung kann außergerichtlich, aber auch im Rahmen eines Gerichtsverfahrens erfolgen. Bei der anwaltlichen Vertretung in einem Gerichtsverfahren ist danach zu unterscheiden, ob das Opfer der Straftat

a) einem gegen den Täter gerichteten Strafprozess beitritt (Nebenklage) und/oder
b) dort seine Entschädigungsansprüche geltend macht (Adhäsionsverfahren) oder
c) unabhängig vom Strafverfahren den Täter in einem eigenständigen, zivilrechtlichen Prozess auf Entschädigung (Schadensersatz und Schmerzensgeld) verklagt.

Selbstverständlich erschöpfen sich die Ansprüche des Opfers nicht nur auf Entschädigung, d.h. materiellen und immateriellen Schadensersatz (Schmerzensgeld). Möglich sind je nach Situation auch Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, etc. Aber auch das Gewaltschutzgesetz bietet dem Geschädigten Schutz vor dem Täter durch diverse gerichtliche Anordnungen (z.B. Hausverbot, Platzverweis, Verbot der Kontaktaufnahme - auch via Telekommunikationsmitteln, etc.). Nicht selten wird aus der Opfervertretung auch eine klassische Verteidigung, wenn der Täter eine - oftmals haltlose - Gegenanzeige gegen den Geschädigten erstattet.

Wichtig und leider noch weithin unbekannt ist auch die Tatsache, dass die Kosten einer anwaltlichen Opfervertretung in der Regel vom Täter zu tragen bzw. zu erstatten sind. Dies im Rahmen des Schadensersatzanspruchs des Opfers gegen den Täter, aber auch als eigenständiger Kostenerstattungsanspruch z.b. bei Nebenklage und Adhäsionsverfahren. Bei schweren Straftaten kann auch Kostentragung durch die Staatskasse im Rahmen der Beiordnung eines Rechtsanwalts für das Opfer erfolgen. Nicht zuletzt besteht ferner, wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, die Möglichkeit für das Opfer staatliche Beratungs- und/oder Prozesskostenhilfe zu beantragen.

Opfervertretung ist somit ein komplexes Rechtsgebiet, das fundierte Erfahrung im Straf- und Zivilrecht, sowie dem jeweiligen Prozessrecht, aber auch den einschlägigen Nebengesetzen, wie z.B. dem Gewaltschutzgesetz voraussetzt.

Die Praxis zeigt aber auch, dass bei Opfervertretungen Sensibilität im Umgang mit dem/der Geschädigten am wichtigsten ist. Das Opfer einer Straftat befindet sich zumeist in einer besonderen Belastungssituation und benötigt sachlichen, unabhängigen Rechtsrat ebenso wie Verständnis und Empathie.

Üblicherweise stehen für die wenigsten Geschädigten bei der Opfervertretung finanzielle Aspekte wie Schmerzensgeld und Schadensersatz im Vordergrund! Am wichtigsten ist es ihnen, über den Ablauf des Strafverfahrens vollständig informiert zu werden, im Rahmen der Nebenklage ihre Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten auf den Prozessablauf auszuüben und die "Opferperspektive" allen Verfahrensbeteiligten zu verdeutlichen. In einem rechtsförmlichen Verfahren, das richtigerweise rechtsstaatlich abläuft und dem Täter seine Verteidigungsmöglichkeiten einräumt, ist es umso wichtiger, dass der Blick auf das Opfer der Straftat nicht verloren geht.

All dies kann eine gute Opfervertretung leisten.


Robert R. Egle

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht





Presseartikel u.a.:


http://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/laupheim/stadtnachrichten-laupheim_artikel,-Die-Nebenklage-gibt-dem-Leid-ein-Gesicht-_arid,5233482.html